Curing: Lagerung & Reifung
Beim Curing gleicht sich die Restfeuchte kontrolliert aus; anschließend schützt eine sichere Lagerung die getrockneten Blüten.
Ziel dieser Phase
Restfeuchte kontrolliert ausgleichen, regelmäßig prüfen und anschließend sicher lagern.
Die Phase verstehen
Was Curing eigentlich bedeutet
Curing – häufig auch Aushärten oder Nachreifung genannt – beginnt nach der eigentlichen Trocknung. Die getrockneten Blüten werden in geeigneten Behältern unter kontrollierten Bedingungen weiter beobachtet. Dabei verteilt sich verbliebene Feuchtigkeit aus dem Inneren gleichmäßiger im Material. Curing ist kein Verfahren, das zu feuchte oder bereits verschimmelte Blüten sicher macht, sondern ein sorgfältig überwachter Übergang zur langfristigen Lagerung.
Trocknung und Curing sind nicht dasselbe
Während der Trocknung verliert frisch geerntetes Pflanzenmaterial einen großen Teil seines Wassers an die Raumluft. Beim anschließenden Curing geht es dagegen um den langsameren Ausgleich der verbleibenden inneren Feuchtigkeit im Behälter. Wird dieser Schritt zu früh begonnen, steigt das Risiko für Kondensation, muffigen Geruch und Schimmel. Zu trocken gewordenes Material lässt sich durch Curing nicht wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen.
Restfeuchte im Behälter aufmerksam beobachten
Nach der Trocknung kann im Inneren der Blüten noch mehr Feuchtigkeit vorhanden sein als an der Oberfläche. In einem geeigneten Behälter gleicht sie sich allmählich aus. Deshalb können Blüten nach einigen Stunden wieder weicher wirken, obwohl sie beim Einfüllen trocken erschienen. Kontrolliere zu Beginn besonders häufig Geruch, Konsistenz und Behälterwände. Kondensation, deutlich feuchte Blüten oder ein muffiger beziehungsweise ammoniakartiger Geruch sind Warnzeichen und kein normaler Teil des Curings.
Behälter und Füllmenge passend wählen
Saubere, geruchsneutrale und gut schließende Behälter schützen vor Fremdgerüchen und starken Feuchteschwankungen. Fülle sie nicht so dicht, dass Blüten zusammengedrückt werden oder kaum Luftzwischenräume bleiben. Sehr große Mengen lassen sich in mehreren kleineren, eindeutig beschrifteten Einheiten leichter kontrollieren. Unterschiedliche Pflanzen oder Erntetermine sollten getrennt bleiben.
Vom Curing zur langfristigen Lagerung
Mit fortschreitendem Curing sollten Konsistenz und Geruch stabiler werden und die Kontrollabstände können größer werden. Für die anschließende Lagerung sind Dunkelheit, eine kühle Umgebung und möglichst geringe Klimaschwankungen sinnvoll, denn Licht, Wärme und Sauerstoff beschleunigen die Alterung. Kühlschränke sind wegen Temperaturwechseln und möglicher Kondensation nicht automatisch geeignet. Prüfe auch langfristig regelmäßig, ob Material und Behälter unauffällig bleiben.
Sicherheit bleibt Teil der Qualität
Jeder Behälter sollte Sorte oder Projekt, Erntedatum und gegebenenfalls Teilernte eindeutig ausweisen. Bewahre Cannabis verschlossen und zuverlässig außerhalb der Reichweite von Kindern, Jugendlichen, Haustieren und unbefugten Personen auf. Prüfe den Inhalt auch langfristig regelmäßig. Sichtbarer Belag, Kondenswasser oder muffiger Geruch sind Gründe, das betreffende Material nicht weiterzuverwenden.
Licht
Dunkel
Klima
Kühl und stabil; Kondensation vermeiden
Wasser
Nicht relevant
Nährstoffe
Nicht relevant
Sichtbare Merkmale
- Gleichmäßige Konsistenz
- Unauffälliger, sortentypischer Geruch
Häufige Fehler
- Zu feucht verschließen
- Unbeschriftet lagern
Warnzeichen
- Kondenswasser
- Muffiger Geruch oder sichtbarer Belag